Krankheitsbilder

COPD:

Was versteht man unter COPD?

COPD ist die Abkürzung für chronic obstructive pulmonary disease. Es handelt sich hierbei um eine chronische Erkrankung der Lunge, bei der die Atemwege entzündet und dauerhaft verengt sind.

Ursachen:

  • rauchen
  • passives rauchen
  • genetische Veranlagung:
  • Ursache einer COPD ist nicht immer das Rauchen. Auch die Gene spielen eine Rolle und können eine angeborene Erbkrankheit – den so genannten Alpha-1-Antitrypsin-Mangel - hervorrufen.

Krankheitsbild:

Grundsätzlich ist die COPD eine schwere, fortschreitende Lungenerkrankung. Atemnot tritt zunächst nur bei körperlicher Belastung, in fortgeschrittenen Stadien aber auch in Ruhe auf. Doch COPD ist nicht nur eine Lungenkrankheit - in fortgeschrittenen Stadien treten noch weitere Beschwerden auf, die darauf hinweisen, dass es sich bei COPD um eine so genannte Systemerkrankung handelt, die viele verschiedene Organe des Körpers betreffen kann. Ein vorrangiges Kennzeichen ist der zunehmende Leistungsverfall bei schnellem Gewichtsverlust (so genanntes „COPD-wasting“ – innerhalb von wenigen Wochen kann sich das Gewicht um mehrere kg verringern!). Zu den Beschwerden gehören auch Veränderungen der Muskelmasse und der Knochendichte sowie psychische Probleme. Unter Angst und Depression leiden 40-70% der Betroffenen. In schweren Fällen kommt es auch zu Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems. Das so genannte Cor pulmonale entsteht durch akute oder chronische Drucksteigerungen im Lungenkreislauf infolge der Sauerstoffarmut (Hypoxämie). Auch Ödeme in den Beinen können sich aufgrund einer Überlastung der rechten Herzhälfte (Rechtsherzinsuffizienz) bilden.

Aspiration bzw. Verschlucken ist das Eindringen eines Fremdkörpers (Nahrung, Flüssigkeit, Gegenstände) in die Atemwege während des Einatmens. Insbesondere für ältere oder pflegebedürftige Menschen sowie jüngere Kinder besteht ein erhöhtes Aspirationsrisiko.

ALS steht für amyotrophe Lateralsklerose (bzw. amyotrophische Lateralsklerose) und bezeichnet eine voranschreitende Erkrankung bestimmter Teile des zentralen Nervensystems (ZNS: Gehirn und Rückenmark): Betroffen sind die sogenannten Motoneuronen (bzw. motorische Neuronen – lat. motor = Beweger) – dies sind Nervenzellen, die für die willentliche Steuerung der Skelettmuskulatur zuständig sind. Also ist die ALS eine Motoneuron-Krankheit.

Ursachen:

Die kennzeichnenden Symptome der ALS – die Muskelzuckungen, der Muskelschwund und die fortschreitenden Lähmungen – entstehen dadurch, dass sich die für Muskelbewegungen zuständigen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark (sog. Motoneuronen bzw. motorische Neuronen) zurückbilden. Diese Schädigung (Degeneration) bei ALS hat ihre Ursachen in einem zellschädigenden Eiweiß, das sich von Nervenzelle zu Nervenzelle ausbreitet. Die geschädigten Motoneuronen können die Muskulatur nicht mehr mit Nervenreizen versorgen, was die für die amyotrophe Lateralsklerose typische Schwächung der betroffenen Muskeln und schließlich deren Schwund verursacht. Mit fortschreitender Ausbreitung der Schädigung nehmen die mit der ALS verbundenen Ausfälle zu.

Krankheitsbild:

Zu Beginn der ALS nehmen Patienten überwiegend Muskelschwäche (Parese), Muskelschwund (Atrophie) sowie Muskelsteifigkeit (Spastik) wahr. Die individuellen Beschwerden hängen davon ab, welches Motoneuron und welche Muskelgruppe stärker betroffen ist.

Eine Betroffenheit des ersten Motoneurons führt zu einer unkontrolliert gesteigerten Muskelspannung, die sich in Steifigkeit (Spastik) sowie einer verminderten Geschicklichkeit und Feinmotorik äußert. Bei Betroffenheit des zweiten Motoneurons können die Nerven der Muskulatur nur noch eingeschränkt aktivieren, es kommt zu Muskelschwäche und Muskelschwund.

Zu 60 bis 70 % treten die ersten Symptome an den Extremitäten auf. In diesen Fällen bemerken Patienten eine Ungeschicklichkeit der Hände, eine Gangunsicherheit oder eine Schwäche der Beine. Zu 30 bis 40 % stellen sich die ersten Symptome beim Sprechen und Schlucken ein (bulbärer Krankheitsbeginn). Bei diesen Patienten ist die Zungen-, Schlund- und Gaumenmuskulatur beeinträchtigt.

Im Gegensatz zu anderen neurologischen Erkrankungen bleibt bei der ALS das Sprachverständnis vollständig erhalten. Es bestehen auch keine Wortfindungsstörungen. Die Defizite beziehen sich auf die motorische Aussprache, während die Bildung der Wörter durch das Gehirn unbeeinträchtigt ist.

Bei schweren Schluckstörungen oder bei ernsthaften Beeinträchtigungen der Atmung kann es lebensrettend sein, eine Trachealkanüle in die Luftröhre einzulegen („Luftröhrenschnitt“). 

Ursachen für ein Tracheostoma:

Ursachen für ein Tracheostoma sind Einschränkungen der Atmung, Atembeschwerden oder Atemnot. Aber nicht für alle Arten von Atembeschwerden kommt ein Tracheostoma infrage. Das Tracheostoma ist bei Störungen, Problemen und Erkrankungen der oberen Atemwege möglich, die das eigenständige Atmen erschweren bzw. unmöglich machen. Solche Probleme können durch eine Obstruktion (Verschluss) auf Höhe des Kehlkopfes oder oberhalb davon auftreten. Wenn solche Ursachen vorliegen, kann das Tracheostoma dazu dienen, den gefährdeten Bereich zu umgehen und so die Atmung zu ermöglichen.

Zu den Ursachen für ein Tracheostoma zählt auch, zu vermeiden, dass Nahrung oder Speichel in die Luftröhre eintritt. Dies kann bei neurologischen Ursachen der Fall sein oder bei einem Tumor, wie z. B. Kehlkopfkrebs. Auch Beschwerden beim Schlucken können zu den Ursachen für ein Tracheostoma gehören. Wenn eine sogenannte endotracheale Intubation nicht möglich ist, kann ein Tracheostoma notwendig werden. Je nachdem, welche Ursachen vorliegen, kann ein Tracheostoma kurzfristig, meist ein dilatatives Tracheostoma, oder langfristig, meist ein chirurgisches Tracheostoma, eingesetzt werden.

gecuffte und ungecuffte Trachealkanülen
Bei der gecufften Variante unterbindet ein kleiner Ballon (Cuff) aus Kunststoff das Eintreten von Speichel und Sekret in die tieferen Atemwege. Bei künstlicher Beatmung wird durch die gecuffte Kanüle das Atemgas in die tieferen Atemwege gelenkt. Hier muss regelmäßig der Druck im Cuff mit einem Cuffdruckmesser kontrolliert werden. Die ungecuffte Kanüle kommt in der Regel bei funktionsfähigem Schluckreflex zum Einsatz.

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Gepflegt außerklinische Intensivpflege GmbH